Glaronia beeindruckt auch gegen Bellinzona


Eine hervorragende taktische Leistung bringt den Glarner Volleyballerinnen einen unerwartet klaren Sieg.


Bellinzona einmal ganz anders

Mit einer völlig neuen Frauschaft reisten die Tessinerinnen nach Glarus. Während Jahren hatte Bellinzona von technisch hervorragenden, kleinen und flinken Spielerinnen gelebt. Nun beeindruckt das völlig neu zusammengesetzte Team mit der Schweizerin Lara Sellitto und der Kroatin Marija Slavulj im Mittelbock. Die beiden Athletinnen, die locker in der NLA einen Stammplatz hätten, waren schon beim Aufwärmen vor dem Spiel eine Wucht.


Lenzinger nicht überrascht

Glaronias Kapitänin liess sich von den Hammerschlägen der Tessiner Angreiferinnen nicht einschüchtern. Die mit 170 Zentimetern eher kleine Sportmanagerin war bereit: «Wir haben uns die ganze Woche auf einen sehr starken Gegner vorbereitet, dass es dann aber so gut laufen würde, habe ich nicht erwartet. Es hat riesig Spass gemacht!». In der Tat hatte die routinierte Aussenangreiferin einen guten Tag – sie trug viel zum Glarner Sieg bei.


Glaronia meisterhaft

Was die Glarnerinnen von Beginn weg zeigten, war ganz ausserordentlich. Mit druckvollem Service gelang es ihnen, die Tessiner Annahme zu verunsichern, so dass die Passeuse bald nicht mehr in der Lage war, die Mittelblockerinnen erfolgreich zu lancieren. Mit Olivia Cintellini war da zwar auch noch die athletische Italienerin im Aussenangriff, doch sie konnte ab und zu geblockt und recht gut verteidigt werden. Der Auftritt der Glarnerinnen, die starke Annahme und das kluge Spiel war eine Meisterleistung.


Wo blieb das Ass der Tessinerinnen?

Nach dem überraschend deutlichen Satzgewinn Glaronias fragte man sich, was für Reserven die Gäste nun noch hatten. Das selbstbewusste Tessiner Team spielte in derselben Aufstellung weiter, in der Erwartung, die Partie wie bereits mehrmals erlebt, noch drehen zu können. Aber Glaronia gab keinen Zentimeter preis, kämpfte unter der Führung einer erneut brillanten Ewelina Brzezińska um jeden Ball. An Kampfgeist fehlte es auch den Tessinerinnen nicht – sie erhielten sogar Szenenapplaus vom Glarner Trainer Filip Brzezinski – doch gegen die Qualität des Glarner Spiels fanden sie kein Rezept.


Reuther mit starken Nerven

Mit 16:10 Punkten lagen die Glarnerinnen im dritten Satz vorn, spielten weiterhin stark, doch der Sieg war noch nicht in der Tasche. Elsbeth Kundert, die als Funktionärin schon unzählige Partien von Glaronia gesehen hatte, wollte noch nicht richtig daran glauben: «Das ist noch nicht in trockenen Tüchern, die schwierigen Situationen kommen noch.» Doch dann kam Juniorin Ann-Kathrin Reuther für den Service ins Spiel – ein Wechsel, den die Kantischülerin beherrscht und der drei Punkte und damit die Entscheidung brachte.


Coaching macht den Unterschied

Woran lag es, dass Glaronia die starken Tessinerinnen praktisch vom Platz fegte? Das Team war hervorragend vorbereitet, die Taktik von Trainer Brzezinski passte haargenau. Assistenztrainer Kai Aebli konnte das bestätigen, doch er gab das Lob gleich weiter ans Team: «Wir haben erwartet, dass sie viel über die Mitte und Diagonale zu spielen versuchen, doch unser Block stand gut. Vor allem aber haben unsere Spielerinnen den Gameplan super durchgezogen.»


Was kann Glaronia noch leisten?

Die Glarner Volleyballerinnen sind diese Saison eine Macht in der NLB, aber nicht zu vergleichen mit einem Voléro Zürich vom letzten Jahr. Die Siege fallen nicht vom Himmel, sondern müssen hart erkämpft werden und Leistungseinbrüche kann Glaronia im Spiel nicht so einfach wegstecken. Aber natürlich ist das Selbstvertrauen vorhanden und die Gegnerinnen haben grossen Respekt vor der Glarner Erfolgsserie. Das erleichtert die Verteidigung der Tabellenführung.


VBC Glaronia – Bellinzona Volley 3:0 (25:19, 25:20, 25:20) Halle: Kantonsschule Glarus Zuschauer: 60 – Spieldauer: 68 Min. - Schiedsrichter: C. Castro, M. Krättli.

Glaronia: Mandelbaum, Lenzinger, Coluccello, Bulajic, Brzezińska, Werfeli, Reuther, Cembranos, Schädler, Salvati, Zweifel. Coach: F. Brzeziński.

Bellinzona: Zerbini, Pismaht, Paredes, Torti, Slavulj, Gonzales, Cintellini, Bonfitto, Valcarenghi, Losa, Sellitto, Bissig. Coach: V. Mirandi.


Bemerkungen: Glaronia ohne Schoop und Reiser (verletzt).


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