Glaronia muss das Team umbauen

Trainerin Thais de Azevedo Camargo kann zwar auf einen Kern erfahrener Spielerinnen zählen, muss aber auch einige Abgänge verkraften.

Junge Talente ziehen weg

Alina Hofacher und Marie-Malene Duss verlassen Glaronia Richtung Zürich, weil der Volleyballverband seine Talente dort zusammenziehen will. Das Team von Ligakonkurrent Züri Unterland, das aus der NLB abgestiegen wäre, hätte nicht Corona zum Abbruch der Meisterschaft geführt, wird somit massiv verstärkt. Für Glaronia ist dies ein schwerer Rückschlag, denn vor allem Alina Hofacher, die man zur Stammspielerin aufgebaut hatte, wird fehlen. Weil auch der Einsatz der langzeitverletzten Daphne Zwanenburg noch nicht sicher ist, entsteht eine echte Lücke.

Eigener Nachwuchs auf dem Spring in die NLB

Die Arbeit in der Nachwuchsabteilung, die Magdalena Altmann, Anahita Aebli und Mariah Mandelbaum leisten, trägt erste Früchte: Mit Natalia Coluccello und Ann-Kathrin Reuther werden zwei eigene Juniorinnen mit der ersten Mannschaft mittrainieren, weitere U19-Spielerinnen sind beinahe ebenso weit. Eine Alina Hofacher werden sie aber auf jeden Fall noch eine Weile nicht ersetzen können.

Attraktiver Zuzug aus Polen

Die Verpflichtung der 32-jährigen Aussenangreiferin Ewelina Brzezińska könnte ein wichtiger Schritt zum Erfolg sein: Die schlagkräftige polnische Nationalspielerin soll die entscheidenden Punkte für Glaronia buchen und gleichzeitig im Nachwuchsbereich mithelfen. Sie verfügt über ein internationales Trainerdiplom, plant nach ihrer Karriere eine eigene Volleyballakademie aufzubauen und wird nun Trainings für mehrere Teams erteilen.

Rochade auf der Passeurposition

Bedingt durch ihre Babypause wird Anahita Aebli nur noch teilweise zur Verfügung stehen. Libera Mariah Mandelbaum wechselt daher auf den Pass und wird Spielmacherin. Von der Persönlichkeit her ist dies die ideale Aufgabe für die etwas dominante Profispielerin, und technisch wird sie die Aufgabe einwandfrei meistern. Auch im liechtensteinischen Nationalteam hat sie schon Pass gespielt. Auf jeden Fall steht als Passeuse weiterhin auch Namgyal Desam zur Verfügung, die auch um einen Platz auf dem Feld kämpfen wird.

Solides Trio als gute Basis

Von den bisherigen Spielerinnen fehlt leider Bojana Marjanovic, dafür sind die Mittelblockerin Francesca Nicoli, die langjährige Glaronia-Spielerin Tina Lenzinger und die so oft erfolgreiche Angreiferin Lea Portmann weiter dabei. Sie bilden ein wertvolles und zuverlässiges Gerüst für die neue Mannschaft. Trainer de Azevedo Camargo kann auf die Loyalität und Zuverlässigkeit dieses Trios vertrauen.

Neue Unbekannte

Mit der Italienerin Alice Salvati kommt eine neue Libera ins Team, die einiges an Erfahrung mitbringt, von der man aber noch nicht weiss, wie sie sich integrieren wird und ob Volleyball in Glarus und Masterstudium in Zürich zusammenpassen werden. Aus der Talentschule Chur kommen Anna Vesti und Barbara Cembranos – beide schnuppern nun zum ersten Mal NLB-Luft, und es wird sich weisen, was sie auf diesem Niveau zeigen können. Talent dazu haben sie auf jeden Fall!

Erneut fehlt eine Mittespielerin

Für Bojana Marianovic liess ich bisher keine Nachfolgerin finden. Dies ist für die Vorbereitung unschön, aber einfach eine Realität, mit der die Trainerin zurechtkommen muss. Die Einschränkungen durch Corona und die Schwierigkeit, für amerikanische oder brasilianische Spielerinnen im Glarnerland eine Aufenthaltsbewilligung zu bekommen, erschweren die Suche. Bis anfangs Oktober kann noch vieles passieren, und inzwischen hat man sich auch bei Glaronia an unsichere Zeiten gewöhnt.

Schwungvoller Start in die Vorbereitung

Am Dienstag beginnt das Team mit der ersten gemeinsamen Trainingseinheit: Ein Ausdauertest - Lauf ins Klöntal mit anschliessendem Schwimmen – steht auf dem Programm. Im September wird man mehrere Trainingsspiele absolvieren, jedoch auf Turniere verzichten. Gleichzeitig beginnen auch die organisatorischen Vorbereitungen für die Meisterschaft: Verschiedene Partien werden gemeinsam mit dem NLA-Team von biogas volley Näfels in der Kantihalle ausgetragen. Diese sollen zu einem Event werden, der auch für die Sponsoren der beiden Volleyballvereine attraktiv ist. Der Volleyballsport ist weiterhin auf diese angewiesen, auch wenn die Unternehmen teilweise hart von der Pandemie getroffen wurden. Aber ohne sie ist Spitzensport unmöglich.

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